Flugtee - warum wir auf die „schnellste Tasse der Welt“ verzichten.
Hier im Hildegards Refugium spielt Zeit eine besondere Rolle. Wir lassen dem Tee Zeit zum Ziehen, wir schenken uns Zeit für ein Gespräch, und wir achten auf die Zyklen der Natur. Doch jedes Jahr im Frühling schwappt eine Welle durch die Teewelt, die so gar nicht zu dieser Entschleunigung passen will: der sogenannte Flugtee.
Was hat es damit auf sich?
Wenn im März in den Hochlagen des Himalayas – in Darjeeling, Nepal oder der Kangra-Region – der Frühling erwacht, beginnt die Zeit des First Flush. Es ist die erste Ernte des Jahres. Die jungen Triebe sind dann besonders zart, duften nach frischem Heu und Maiglöckchen und ergeben eine helle, blumig-frische Tasse.
Tee ist ein Naturprodukt und verliert mit der Zeit an Aroma. Je frischer die Ernte, desto intensiver das Erlebnis. Um diesen „Frühlingszauber“ so schnell wie möglich nach Europa zu bringen, hat sich eine Tradition entwickelt: Die allerersten Pflückungen werden nicht per Schiff verschickt, sondern in Flugzeuge verladen. So vergehen zwischen der Ernte am Berghang und dem Verkauf im Laden oft nur wenige Tage.
Ein Erbe der Geschichte
Früher war Frische ein Wettlauf gegen die Zeit. Im 18. Jahrhundert dauerten Schiffsreisen Monate. Wer als erster mit der neuen Ernte die Themse in London hochsegelte, erzielte die höchsten Preise. Aus diesem historischen Tee-Wettrennen ist in der modernen Zeit der Flugtee geworden.
Warum wir im Refugium „Nein“ sagen
Man könnte meinen, diese maximale Frische passe perfekt zu unserem Qualitätsanspruch. Doch wir schauen genauer hin.
Der ökologische Preis für diese wenigen Wochen Zeitgewinn ist hoch. Der CO2-Fußabdruck von Flugtee ist im Vergleich zum Seeweg immens. Für uns im Hildegards Refugium ist Tee ein Geschenk der Erde – und dieses Geschenk möchten wir nicht auf Kosten des Klimas entgegennehmen. Hildegard von Bingen lehrte uns die Viriditas, die Grünkraft und Lebenskraft der Natur. Diese Kraft zu bewahren, bedeutet für uns auch, Verantwortung zu übernehmen.
Wir glauben: Ein wirklich guter Tee verliert seine Seele nicht auf einer achtsamen Reise über das Meer. Wir warten lieber ein paar Wochen länger, lassen die Vorfreude wachsen und genießen dann einen First Flush, der mit gutem Gewissen genossen werden kann.
Ganzheitlichkeit bedeutet für uns eben auch, dass der Weg des Tees zu uns im Einklang mit der Schöpfung steht. Deshalb suchen Sie bei uns vergeblich nach der „schnellsten Tasse der Welt“.
Denn ganz ehrlich: Was zum … ist Flugtee eigentlich anderes als unnötige Eile in einer Welt, die ohnehin schon zu schnell dreht? Wir verzichten ganz bewusst darauf.
Unsere neue TEEKARTE ist da.
Ein Ort, an dem Zeit langsamer wird.
Mit unserer neuen Teekarte laden wir ein, Tee nicht nur zu trinken, sondern ihn zu erleben.
Feine Grüntees, klare weiße Tees, kräftige Schwarztees und ausgewählte Kräutermischungen begleiten durch den Tag.
Dazu kleine, sorgfältig gewählte Speisen – süß und herzhaft – die den Moment tragen, ohne ihn zu überdecken.
Für alle, die tiefer eintauchen möchten, bieten wir ausgewählte Tees auch im 𝗚𝗼𝗻𝗴-𝗙𝘂-𝗦𝘁𝗶𝗹 an: mehrere Aufgüsse, begleitet von heißem Wasser, bei denen sich der Tee Schritt für Schritt entfaltet.
Unsere aktuelle Karte finden Sie hier als Einblick.
Noch schöner ist es, sie vor Ort zu erleben.
Hildegards Refugium – das feine 🅃🄴🄴🄷🄰🅄🅂 in Wiener Neustadt
TISCHRESERVIERUNGEN
Teekarte Seite 1 - die größte Auswahl an feinen Teesorten in Wiener Neustadt.
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Vom Wesen des Tees: Eine Reise zu den Quellen des Geschmacks
Wenn man auf der Suche nach den feinsten Teeblättern und den authentischen Geschichten ist, die jede Tasse Tee so besonders machen, führt der Weg manchmal an die entlegensten und schönsten Orte der Welt.
Einige Teeliebhaber haben das Privileg, eine unvergessliche Reise in das Herz der Teeproduktion zu unternehmen: die malerischen, hochgelegenen Teegärten Sri Lankas, der Wiege des berühmten Ceylon-Tees.
Es ist eine Erfahrung, die alle Sinne berührt. Man taucht ein in das endlose Grün der sanft geschwungenen Hügel, atmet die klare, von Teeduft gesättigte Luft und spürt die Sonne auf der Haut. Hier lernt man von erfahrenen Teepflückerinnen, die mit einer angeborenen Anmut und flinken Händen nur die zartesten Knospen und die zwei obersten, jungen Blätter ernten. Man erkennt, dass ihr über Generationen weitergegebenes Wissen und ihre tiefe Verbundenheit zur Natur das wahre Geheimnis hinter der Exzellenz dieses Tees sind.
So eine Reise entfacht die Leidenschaft für echten, ehrlichen und handverlesenen Tee immer wieder aufs Neue. Sie ist eine Bestätigung dafür, dass Qualität kein Zufall ist, sondern das Ergebnis von Hingabe und Tradition.
Genau diese Leidenschaft und diese authentischen Geschichten möchten wir bei Hildegards Refugium mit Ihnen teilen. Wir laden Sie herzlich ein, bei uns in Wiener Neustadt vorbeizukommen und ein Stück dieser Reise in jeder Tasse zu schmecken.
Herzlichst, Ihr August Lechner
Inhaber von Hildegards Refugium